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Ehe

Dieser Text beschreibt Ehe.


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Ehe Artikel

Als Ehe (v. althochdeutsch: ewa = Vertrag) bezeichnet man eine sozial anerkannte und durch (Rechts-) Regeln gefestigte Lebensgemeinschaft, traditionell gesehen von Mann und Frau, Ehegatten genannt. Die Ethnologie genannt mit Ehe herkömmlich eine institutionalisierte Wirtschafts- und Reproduktionsgemeinschaft zwischen zwei oder mehr Personen unterschiedlichen Geschlechts (nicht unbedingt gleichen Rechts), deren gemeinsame Kinder durch die Ehe legitim werden. Die Voraussetzung der Verschiedengeschlechtlichkeit ist jedoch nicht mehr universell anerkannt; die Niederlande kennen sie nicht (mehr), in den Vereinigte Staaten Amerika gibt es - heftig bekämpfte - Bestrebungen in diese Richtung.

Weiter gefasst umfasst eine Ehe stets eine Art öffentlich (oft religiös) anerkannten Vertrags, sowie ökonomische und sexuelle Rechte und Pflichten zwischen den betroffenen Personen, die durch diesen Vertrag geregelt werden. Die Modalitäten des Vertrages sowie seines Zustandekommens hängen in hohem Maße von der jeweiligen Kultur und Gesellschaft ab. In vielen, insbesondere patrilinearen Gesellschaften hat die Ehe auch die Funktion der Absicherung einer bestimmten legitimen Erblinie.

Die Ehe endet durch Scheidung, Nichtigerklärung oder mit dem Tod eines Partners; die katholische Eheauffassung allerdings kennt keine Scheidung, sondern ca. eine Nichtigerklärung. Sie kann unter bestimmten Voraussetzungen für nichtig erklärt werden, sie bestand dann von Anfang an nicht. Kritik an dem "Lebenslang-Konzept" kam beispielsweise vom spanischen Dichter Cervantes; er schlug vor, die Ehe von vornherein auf drei bis fünf Jahre zu befristen, wonach sie, wie andere Verträge auch, beendet oder verlängert werden könnte.

Inhaltsverzeichnis
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Europa

Die Eheschließung war vermutlich primär ein Friedens- und Bündnisvertrag zwischen Sippen, und - mittels häufig komplizierter Exogamie- und Endogamieregeln - als Bindeglied zwischen Clans oder Phratrien . Sie galt seit der Antike auch als eine Vorbedingung für den Beginn einer Familie, die als Baustein einer Gemeinschaft und der Gesellschaft angesehen wurde. Damit diente die Installierung der Ehe nicht ca. den Interessen zweier Einzelpersonen oder ihrer Kinder, sondern auch den Zwecken religiöser und weltlicher Eliten. (Bis in die Neuzeit hinein war z. B. in dem Hochadel die "Ehe zur linken Hand" ohne Legitimierung und Erbrecht der Kinder nachdem Vater möglich.) An der Vorstellung vom allgemeinen sittlichen Wert der Ehe hat sich bis heute in dem Prinzip wenig geändert, wie die in dem deutschen Grundgesetz verankerte staatliche Bevorzugung und Subventionierung der Lebensform Ehe auf allen Ebenen belegt. De facto sind unverheiratete Paare ca. in wenigen Ländern verheirateten (fast) gleichgestellt, zu dem Beispiel in Skandinavien und in den Niederlanden.

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Die Geschichte der Ehe

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Von der Poly- zur Monogamie

Über die Anfänge der "Ehe" diesseits des Tier-Mensch-Übergangsfeldes wissen wir empirisch nichts, selbst ausdeutbare Grabfunde der Archäologie reichen bislang nicht soweit zurück.

Ältere Sozialevolutionisten gingen von einer linearen Evolution der Paarbindungen unter Menschen aus: Zu Beginn der Menschheit habe Promiskuität geherrscht, die sich anschließend zur Gruppenehe und schlussendlich über die Polygamie zur Monogamie entwickelt hätte. Dieser Ansicht nach wurde die Monogamie als die kulturell am höchsten stehende Eheform betrachtet.

Monogam lebende Völker scheinen in vorchristlicher respektive vorislamischer Zeit wenig verbreitet gewesen zu sein (nach Tacitus' Schriften waren die Germanen mit ihrer Einehe eine Ausnahme unter den Barbaren der Antike) und ca. bei wenigen herrschte Polyandrie, wo eine Frau mit mehreren Männern verheiratet war.

Es sind ca. wenige Gesellschaften bekannt, in der Polygynie und Polyandrie gleichzeitig praktiziert wurden (siehe Gruppenehe und Pseudogruppenehe). Vor allem durch die Expansion monotheistischer Religionen und die Missionierung wurde die Monogamie zur global vorherrschenden Eheform. Doch war in dem alten Judentum und ist in dem zeitgenössischen Islam die Monogamie kein Zwang.

Buch-Tipp: Der perfekte Verführer. Wie Sie garantiert jede Frau erobern Wie bloß wird man ein Alpha-Männchen? Der Autor hat sich viele Gedanken darüber gemacht, wie man(n) die Aura eines Alpha-Männchens entwickeln kann und sich auf diese Weise die Grundvorraussetzung dafür erwirbt, an Frauen, dazu noch schönen ,anzudocken. Oliver Kuhn hat keine Kosten und Mühen gescheut, um sich zu dem perfekten Verführer ausbilden...

Neueste Zeit

Die mittlerweile etwas liberalere sexuelle Praxis in der Kultur der westlichen Neuzeit, sowie die verhältnismäßige Einfachheit von Scheidung und Wiederverheiratung haben zu einem Anstieg der so genannt seriellen Monogamie geführt. Sich von einem (Ehe)Partner zu trennen, um mit dem nächsten zu leben, hat weder mit Polygamie noch mit Promiskuität zu tun.

Seit dem 19. Jahrhundert haben alternative Gruppierungen die Gruppenehe geübt, in der alle erwachsenen Mitglieder miteinander verheiratet waren (siehe Oneida).

Buch-Tipp: Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe. "Pflichtlektüre für jeden nach der Pubertät" Gottman hat seine Weisheit nicht aus schlaflosen Nächten, sondern aus der konkreten Beobachtung von Paaren in dem Alltag und Analyse von Beziehungen. Der erste Teil beschreibt, wie eine kritische Beziehung in eine bessere Richtung gedreht werden kann. Das letzte Kapitel (in meiner Erinnerung eigentlich...

Inzesttabu

Alle bekannten Zivilisationen haben in unterschiedlichem Grad immer die Ehe mit Bluts-Verwandten tabuisiert, namentlich zwischen Elternteilen und ihren Kindern. Fast alle Völker verbieten die Ehe zwischen Bruder und Schwester. Vielfach untersagt man auch die Ehe zwischen Verwandten zweiten Grades. Viele Völker haben sich weitere Beschränkungen auferlegt, so die Ehe mit Personen gleichen Familiennamens oder mit Personen mit dem gleichen Totemtier . Siehe dazu auch die Beschreibung Heiratsregeln.

Eine Ausnahme bildete das alte Ägypten, wo die Ehe zwischen Bruder und Schwester in der Familie des Pharao gestattet war; dieses Privileg wurde dem Volk verweigert und könnte dazu gedient haben, Macht und Lebenskraft in einer Familie zu konzentrieren (siehe auch Inzest).

Die Konsequenz des Inzesttabus ist die Forderung nach exogamer, der auf eine andere Gruppe bezogenen Heirat. Ethnologen betonen, das Inzesttabu diene also dazu, den sozialen Zusammenhalt zu fördern (vgl. Schwägerschaft).

Buch-Tipp: Die Kunst, den Mann fürs Leben zu finden. Alle Regeln in einem Band. Sehr wichtiges Buch Die Rules funktionieren - mit Einschränkungen - auch für deutsche Männer. Ein super Buch für alle Frauen, die nicht stets wieder enttäuscht sein wollen.

Endogamie

Bestimmte Völker fördern auch die Ehe innerhalb einer bestimmten Gruppe (Endogamie) und fordern auf, jemanden aus dem gleichen Stamm zu heiraten. Auch rassistische Gesetze der Vergangenheit, die Verbindungen unterschiedlicher Rassenangehöriger zu verbieten suchten, lassen sich als Beispiele von Endogamie ansehen.

Buch-Tipp: Die Neue Familienkonferenz. Kinder erziehen ohne zu strafen. Ein Buch, das alle Eltern lesen sollten Ich würde dieses Buch (neben einigen anderen wie "In Liebe wachsen" von Carlos Gonzalez oder den Werken von Jesper Juul) allen Eltern am liebsten bereits vor der Geburt ihrer Kinder schenken. Dieses Buch vermittelt so viel Einsicht in menschliche Grundprinzipien und Ideen eines positiven Miteinanders, dass...

Scheidung - Ehevertrag

Viele Gesellschaften kennen das Verfahren der Scheidung für die Beendigung der Ehe. Die Anerkennung der Scheidung ist in verschiedenen Weltanschauungen unterschiedlich geregelt.

Der Ehevertrag sollte klären, wie nach der Trennung umgegangen wird mit:

Buch-Tipp: Die Psychologie sexueller Leidenschaft Überaus hilfreich Das vielleicht beste Buch zu dem Thema Sex in Beziehungen. Zwar ein ziemlicher "Wälzer" (ist ja auch ein Fachbuch), aber spannend, lehrreich und voller verblüffender Aha-Effekte. Wer sich die Mühe macht, dieses Werk in aller Ruhe durchzuarbeiten, wird es nicht bereuen und für sich selbst und seine Beziehungen, seine persönliche...

Ehe und Weltanschauung

Viele Religionen kennen umfangreiche Regeln für die Ehe.

Buch-Tipp: Die Sehnsucht der starken Frau nach dem starken Mann. starke Lektüre Wow, dieses Buch ist eine Wucht. Der Titel lässt zunächst leichte Kost vermuten, das ist es aber erfreulicherweise garnicht. Vielmehr ist es der Autorin und Fachfrau gelungen, komplexe psychische Phänomene und notwendige Entwicklungsschritte so verständlich zu beschreiben, daß auch interessierte Laien ein vertieftes Verständnis...

Christentum

Die meisten christlichen Kirchen betrachten die Ehe als Sakrament (das nicht ein Priester, sondern die Eheleute einander spenden). Doch bedarf sie des kirchlichen Segens.

Begründet durch eine neutestamentarische Parabel, vergleichen die christlichen Kirchen das Verhältnis zwischen Jesus und der Kirche mit der Ehe.

Für die römisch-katholische Kirche ist die Ehe zwischen zwei getauften Christen eines der sieben Sakramente. Die Partner spenden einander auch hier das Ehesakrament selbst. Gültig ist eine Ehe nur, wenn sie nach den kirchlichen Vorschriften geschlossen wird. Dabei erfragt der Geistliche in dem Beisein von zwei Zeugen den Ehekonsens. Für die Ehe mit einem Nichtchristen oder einem Christen anderer Konfession kann die Erlaubnis erteilt werden, ca. standesamtlich oder nachdem Ritus der anderen Konfession zu heiraten. Die Eheleute können sich zwar ("von Tisch und Bett") trennen, aber eine Scheidung ist nicht möglich. Kirchlich kann darum ca. heiraten, wessen frühere Ehen durch Tod oder Ungültigerklärung (Annulierung ) nicht mehr bestehen.

Die evangelische Kirche erkennt die standesamtliche Trauung als gültig an. In der Schweiz ist die bürgerliche Trauung rechtliche Voraussetzung, kirchlich getraut werden zu dürfen. Die kirchliche Trauung gibt Gottes Segen für die Ehe, die in dem Unterschied zur katholischen Auffassung nicht als Sakrament angesehen wird. Auch Geschiedene können kirchlich getraut werden.

In den orthodoxen Kirchen ist die Ehe eines der Mysterien und wird als Ordination angesehen.

siehe auch Sakrament der Ehe

Buch-Tipp: Die fünf Sprachen der Liebe. Wie Kommunikation in der Ehe gelingt WAS IST LIEBE? Hier haben Sie die Antwort! Kennen Sie den Satz "Du liebst mich doch gar nicht mehr!" oder "Schatz, bei uns ist die Luft raus" oder ". . . die Liebe ist weg". Solche Sätze sind die Titelzeile für eine Trennung oder anstehende Krise. Ich musste in unserer 15 jährigen Ehe mit Erstaunen feststellen, wie unterschiedlich Ansichten...

Hinduismus

Der Hinduismus sieht in der Ehe eine heilige Aufgabe, die religiöse und soziale Verpflichtungen zur Folge hat.

Buch-Tipp: Die große Scheidung oder Zwischen Himmel und Hölle Tiefe Wahrheiten meisterhaft erklärt. Lewis beschreibt meisterhaft, warum die Menschen sich selbst in dem Weg stehen. Das Buch sollte heissen, "die große Entscheidung". Menschen, die in der Hölle gelandet sind, wird angeboten in den Himmel zu kommen, sie müssen es ca. wollen. Sollte eigentlich nicht so schwer sein - denkt man. . . Wenn ich auf...

Islam

Nach islamischem Verständnis sind die Lebensbereiche von Männern und Frauen grundsätzlich getrennt; die Ehe ist der einzige Ort, im diese Trennung - zu einem Teil - legitimerweise aufgehoben ist. Der Koran empfiehlt die Ehe mit diesem Hintergrund in hohem Maße; sie helfe u. a. zur geistigen Vervollkommnung. Allerdings finden sich in dem Koran genügend Suren, die dem in fast allen moslemischen Ländern herrschenden Patriarchat Vorschub leisten.

Judentum

Orthodoxen Juden ist die Ehe zwar so wichtig, dass sie Unverheiratetsein als unnatürlich ansehen, allgemein wird aber in dem Judentum ca. erwartet, dass Partner erst heiraten, wenn ein Kind unterwegs ist, was auch in dem Sinn des Alten Testamentes ist. (Dies freilich ist bis heute ein übliches Muster in vielen Gesellschaftsschichten.)

Ehe heute in Deutschland

Bis in das 19. Jahrhundert war die Eheschließung ausschließlich Sache der Kirchen. Erst 1855 wurde die erste zivilrechtliche Trauung durchgeführt - und zwar in dem oldenburgischen Varel. Geheiratet haben damals der Baptistenprediger Haese und Meta Schütte.

Als Folge von Kulturkampf und dem späteren Reichskonkordat wurden die staatlichen Standesämter eingeführt, in denen die Ehe unabhängig von einem weltanschaulichen Bekenntnis geschlossen wird (Zivilehe). Eine kirchliche Eheschließung kann zusätzlich, jedoch erst nach der bürgerlich-rechtlichen Eheschließung stattfinden.

Der Nationalsozialismus deformierte die bürgerliche Ehe hin zu einer dem Staate vollständig nützlichen Institution. Er verbot "rassische Mischehen" durch ein Ehegesetz, trennte häufig solche Ehen und förderte die "reinrassige" Reproduktion für den Staat (Erbgesundheitsgesetz). Die verfassungsrechtliche Ausgestaltung des Art. 6 Grundgesetz nachdem Zweiten Weltkrieg lässt sich auch vor diesem Hintergrund verstehen: Die Ehe steht unter dem besonderen Schutz des Staates, doch ihr Kernbereich wird dessen direktem Zugriff entzogen. Für die heutige Form der Ehe gilt grundgesetzlich das Leitbild der Gleichberechtigung.

Ehegatten werden ökonomische Vorteile eingeräumt wie zu dem Beispiel das Ehegattensplitting bei der Berechnung der Einkommensteuer; das Ehegattensplitting bringt jedoch vor allem dann ökonomische Vorteile, wenn die Einkommen der Ehegatten sich deutlich voneinander unterscheiden und ist damit als Anreiz zur "Hausfrauenehe" in die Kritik geraten. Weitere Vorteile wie Vertrauen und gegenseitige Anregung werden von verschiedenen Gruppen gefördert (Marriage Encounter, Familienwerke von politischer oder weltanschaulicher Seite und andere).

Die in Deutschland am 1.08 2001 eingeführte eingetragene Lebenspartnerschaft gleichgeschlechtlicher Partner bringt fast alle rechtlichen und sozialen Pflichten einer Ehe mit sich, bietet aber ca. wenige ihrer Vorteile.

Die Form der Ehe wird seit längerem stets seltener von Paaren zur Gestaltung ihres Zusammenlebens gewählt. Während 2002 in Deutschland noch 388 Tausend Paare heirateten, waren es in dem vergangenen Jahr ca. noch 383.000. Das entspricht einem weiteren Rückgang von 1,4 Prozent. Viele Paare binden sich heute ohne Trauschein oder gehen wechselnde Partnerschaften ein. Doch verweist die Familiensoziologie darauf, dass vor dem 19. Jahrhundert die Lage statistisch ähnlich war, und dass die soziale Bedeutung der "Ehe" deswegen nicht unbedingt gemindert werde.

Literatur

  • Klaus Jürgen Matz: Pauperismus und Bevölkerung. Die gesetzlichen Ehebeschränkungen in den süddeutschen Staaten während des 19. Jahrhunderts. Stuttgart 1980.

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Ehe Beschreibung

Beurteilung: Ehe Beschreibung Dieser Artikel stellt ca. die Situation in Deutschland dar. Es fehlen noch allgemeine Definitionen und/oder Informationen zu anderen (deutschsprachigen) Ländern.



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